Thema des Tages


Wie stand es geschrieben am 3. April 2010
 

 

 

 
     
 



03.04.2010

Neue Osnabruecker-Zeitung

 

"[...]

"Das Vertrauen, das der Institution
entgegengebracht wurde, droht gänzlich
verloren zu gehen.


Und der Schaden nimmt langsam historische Ausmaße an. Kirchengeschichtlich hat der Skandal inzwischen eine Dimension wie Kirchenspaltungen, langfristig vielleicht gar wie die Reformation. Immerhin: Die hitzige Diskussion über die Kirche bietet die große Chance, sich zu erneuern. Diese Chance sollte die Basis nutzen - die katholische Kirche und ihre Hierarchie sind leider erst aufgrund des Skandals reif und bereit für notwendige Veränderungen",

[...]"

 

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Frankfurter Rundschau

03.04.2010

"[...]

Mit den Mitteln des Gebets

"Bei manchen Kirchentreuen setzt Überdruss ein. Sie haben genug von den Berichten über Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche. 'Jetzt muss es auch mal gut sein', sagen sie. 'Lasst endlich die Priester in Ruhe - und verschont auch uns, erst recht beim österlichen Kirchgang!' Bischof Stephan Ackermann tut ihnen diesen Gefallen nicht. Der Missbrauchsbeauftragte der deutschen Bischöfe hat erkannt, dass die Katholiken 2010 nicht einfach Ostern feiern können, als wäre nichts gewesen. Deswegen hat er in die traditionellen Fürbitten am Karfreitag ein Gebet einfügen lassen für die Opfer und für die Täter. Ein härterer Schlag ins Kontor klerikaler Selbstzufriedenheit mit den Mitteln des Gebets ist kaum vorstellbar. Heraus aus diesem Karfreitags-Tief führen einzig Reinigung und Erneuerung",

[...]"

 

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03.04.2010

Der Spiegel


"[...]Misshandlungsvorwürfe

Mixa will für Ex-Heimkinder beten

Sie werfen ihm Misshandlung vor - er will für sie beten: Der Augsburger Bischof Walter Mixa streitet die Vorwürfe mehrerer ehemaliger Heimkinder weiter ab, er habe sie geschlagen. Gleichzeitig behauptet der Geistliche, er könne sich gar nicht mehr an die Personen erinnern.

[...]

Der "Welt am Sonntag" sagte Mixa laut Vorabmeldung, die früheren Heimkinder könnten sich doch ohnehin bestimmt nicht mehr an ihn erinnern. Angesprochen auf die aktuellen, in Zeitungen veröffentlichten Fotos der Personen sagte er. "Ich erinnere mich auch nicht mehr an sie."

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast, kritisierte unterdessen die katholische Kirche für die aus ihrer Sicht mangelhafte Aufklärungsarbeit. "Unabhängige Personen müssen ermitteln, stets ist vollständig mit der Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten." Kirchliche Ermittler würden bei diesem Thema als befangen wahrgenommen. "Der Staat muss auf die Kirche und auf andere betroffene Institutionen mehr Druck ausüben."

[...]"

Versagen der Kirche: Autoritär, reaktionär, totalitär
Trauma Missbrauch:
"Erst jetzt fühle ich mich ihm gewachsen"
Antisemitismus-Vergleich:
Vatikan distanziert sich von Papst-Prediger
 

 

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             3.4.2010

          Stern

  • "[...]
    Entgleisung eines Papst-Vertrauten

    Vatikan distanziert sich von Antisemitismus-Vergleich

    Ein Vertrauter des Papstes hat die anhaltenden Vorwürfe an die Kirche wegen der Missbrauchsskandale mit der Judenverfolgung verglichen. Raniero Cantalamessa, persönlicher Prediger des Papstes, löste damit weltweit heftige Kritik aus.
    Der Vatikan hat sich distanziert.

    [...]

    "Widerwärtig und obszön"
    Der Zentralrat der Juden in Deutschland bezeichnete die Bemerkungen als "Frechheit". "Es ist widerwärtig und obszön und vor allem beleidigend gegenüber den Missbrauchsopfern und auch den Opfern der Shoah", sagte Generalsekretär Stephan Kramer. Cantalamessa mache sich die Worte zu eigen und müsse dazu stehen. Es handle sich um ein übliches Ablenkungsmanöver des Vatikans. Aus den Tätern sollten Opfer gemacht werden, kritisierte Kramer und fügte hinzu: "Ich habe bisher weder den Petersdom brennen sehen noch Gewaltausbrüche gegen katholische Priester."
    [...]"

 

Bischof unter Prügelverdacht Bischofskonferenz glaubt Mixa

"[...]

Die Vorwürfe wiegen schwer: Als Stadtpfarrer soll der heutige Augsburger Bischof Walter Mixa Heimkinder verprügelt haben. Während die Laienorganisation "Wir sind Kirche" eine persönliche Stellungnahme Mixas fordert, sieht die Bischofskonferenz keinen Grund, an der Unschuld ihres Bruders zu zweifeln.

 

Karfreitag im Zeichen der Missbrauchsskandale
Zollitsch bedauert fehlende Hilfe für Missbrauchsopfer

Das Osterfest wird in diesem Jahr von den Missbrauchs-Skandalen in der katholischen Kirche überschattet. Dass die Kirche den Opfern zu wenig geholfen habe, hat der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, bedauert. In den Karfreitags-Gottesdiensten sollen Fürbitten für die Betroffenen gesprochen werden.


[...]" 

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     Die Welt

03.04.2010

"[...] Misshandlungsvorwürfe

Der Fall Mixa trifft die Kirche zur Unzeit

Von C. Eckl und G. Facius

Zu Ostern steckt die katholische Kirche in der Krise. In die Bemühungen, die vielen Fälle sexuellen Missbrauchs aufzuklären, platzen Misshandlungsvorwürfe gegen den Bischof Mixa. Der will sich an nichts erinnern können. Die Gläubigen sind schockiert, dass Vertrauen in die Kirche schwindet rapide.
 

[...]

Walter Mixa kommt im Büßergewand aus dem Seitenschiff. Minutenlang kniet der Bischof vor dem verhüllten Altar. Es ist grabesstill im Augsburger Dom. Keine Messe kreist so sehr um Schuld und Sühne wie die am Karfreitag. Mixa trägt die Fürbitten vor: „Herr, Dein Sohn ist selber ein Opfer von Gewalt geworden. Sei mit denen, denen Gewalt geschieht, richte sie auf. Den Schuldigen aber gebe die Einsicht, die Reue und den festen Willen, ihr Unrecht anzuerkennen“ – Fürbitte für die Opfer des Missbrauchs, der Gewalt von Priestern.

[...]"

Weiterführende Links

 

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03.04.2010

focus

"[...]

Misshandlungsvorwürfe

Mixa betet für Ex-Heimkinder

Die ehemaligen Heimkinder sind empört über Walter Mixas Äußerungen zu den Misshandlungsvorwürfen. Doch der Augsburger Bischof weist weiter jede Schuld von sich – und kündigt zu Ostern an, für die Betroffenen zu beten.


[...]
Die katholische Kirche in Deutschland wird derzeit von einem Skandal über Misshandlungs- und Missbrauchsfälle in ihren Kinder- und Jugendeinrichtungen erschüttert, die meist über Jahrzehnte verschwiegen worden waren. In den Karfreitags-Gottesdiensten war dies in vielen Bistümern thematisiert worden.

[...]"

 

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      3.4.2010

 Frankfurter Rundschau

"[...] Kommentar

Mit den Mitteln des Gebets

Bei manchen Kirchentreuen setzt Überdruss ein. Sie haben genug von den Berichten über Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche. Doch aus dem Karfreitags-Tief führt nur Erneuerung.
[...]
Bischof Stephan Ackermann tut ihnen diesen Gefallen nicht. Der Missbrauchsbeauftragte der deutschen Bischöfe hat erkannt, dass die Katholiken 2010 nicht einfach Ostern feiern können, als wäre nichts gewesen. Deswegen hat er in die traditionellen Fürbitten am Karfreitag ein Gebet einfügen lassen für die Opfer und für die Täter. Die meisten Bistümer, sagt die Bischofskonferenz, hätten das Gebet übernommen.
[...]"

 

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3.4.2010 - 16:04 Uhr

Die Zeit
 

  • " Karfreitagspredigt

    Vatikan distanziert sich von Antisemitismus-Vergleich

    Der Prediger des Papstes hatte die Situation der Kirche mit der der Juden verglichen. In der Missbrauchsdebatte würden eigene und kollektive Verantwortung verwechselt. 

    [...]
    Der persönliche Prediger von Papst Benedikt XVI. hatte am Karfreitag bei einem Gottesdienst im Petersdom in Anwesenheit des Papstes einen Auszug aus dem Brief eines jüdischen Freundes vorgelesen. In der Missbrauchsdebatte würden Stereotypen verwendet und die persönliche und kollektive Verantwortung verwechselt, zitierte Cantalamessa aus dem Brief. Das erinnere an die "schändlichsten Aspekte des Antisemitismus". Der Autor erklärte zudem, er habe die Attacken gegen die Kirche und den Papst mit Empörung verfolgt.

     

    Deutsche Kirchenführung übt Selbstkritik

    Die katholische Kirche in Deutschland hat Fehler im Umgang mit Missbrauchsopfern zugegeben. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Zollitsch, kündigte einen Neuanfang an.
    [...]


    3.4.2010

    Die Zeit

    Kirche und Missbrauch

    "Wir konkurrieren nicht mit der Justiz"

    Der Trierer Bischof Stephan Ackermann ist Missbrauchsbeauftragter der katholischen Kirche. Im Interview verlangt er ein forensisches Gutachten über jeden Täter.

    [...]
    Manche schildern die Vorfälle so, als seien sie gerade eben passiert. Das Perfideste ist ja, dass die Täter es verstanden haben, eine heimliche Komplizenschaft mit den Kindern aufzubauen. Sodass sich die Opfer mitschuldig fühlen.

    [...]"

 

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03.04.2010, 19:57

Sueddeutsche Zeitung

"[...] Missbrauch in der Kirche
 

"Plumpe Kampagne gegen den Papst"

Mit scharfen Worten hat der Vatikan Kritik an Papst Benedikt XVI. zurückgewiesen. Doch ein Antisemitismus-Vergleich sorgt bereits für neuen Wirbel.

[...]
Papst-Prediger Raniero Cantalamessa hatte am Karfreitag im Beisein von Benedikt XVI. aus dem Brief eines jüdischen Freundes zitiert: "Die Stereotypen und das Verschieben persönlicher Verantwortung und Schuld hin zu einer kollektiven Schuld erinnert mich an beschämendste Aspekte des Antisemitismus.

[...]"

 

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Um 'Missverständnisse' zu vermeiden:


Als Zeitungs- / Theater-Abonnent und Abnehmer von voll bezahlten Eintrittskarten aus dem freien Verkauf verstehe ich diese Besprechungen
und Kommentare nicht als Kritik um der Kritik willen,
sondern als Hinweis auf - nach meiner Auffassung - Geglücktes oder Misslungenes.

Neben Sachaussagen enthalten diese Texte auch Überspitztes und Satire.

Hierfür nehme ich den Kunstvorbehalt nach Artikel 5, Grundgesetz, in Anspruch.

Dieter Hansing