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zählt das Recht zur missverständlichen Überzeichnung.
   
04.01.2010 - dradio.de

 

 



Thema des Tages


'Otello' in Mailand


 
   ... am 5. Februar 1887

Man warf ihm vor, er sein kein italienischer Opernkomponist mehr, er sei ein Epigone Wagners.

Was Giuseppe Verdi auch schreibe, es sei doch nur ein Abklatsch des Sachsen. Dabei war doch von ihm seit 1871 - seit der 'Aida' - nichts an neuen Werken mehr auf der Bühne erschienen.

Nur das Requiem war 1873 hinzugekommen.
 

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Dass Arrigo Boito Wagner in die italienische Sprache übertrug und er mit Verdi befreundet war, brachte nun auch den Komponisten in die Nähe des sächsischen Meisters.

Boito, der mit seinem 'Mefistofele' zunächst einmal scheiterte, wollte sich mit der Selbstbeschränkung Verdis nicht abfinden.

Er schlug ihm Shakespeares 'Othello' zur Vertonung vor und nach anfänglichen Zögern konnte er vermelden, dass man gemeinsam ein Libretto schreiben werde, zu dem Verdi dann die Musik liefern wolle.
 

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Mailand war begeistert, als am 5. Februar 1887 das Werk auf der Bühne der Scala gegeben wurde.
Verdi wurde gefeiert - 20 Mal musste er vor dem Vorhang erscheinen.

Das Publikum zog seine Kutsche nach der Vorstellung zum Hotel, man rief wie in früheren Zeiten, als es noch um Risorgimento in Italien ging, 'Viva Verdi'.

Rasch verbreitete sich die Oper auf den Bühnen der Welt.

Eine Aufsehen erregende Inszenierung stellte Walter Felsenstein 1958 auf die Bühne der Komischen Oper in Berlin.
Hans Nocker - der schwere Held - verkörperte die Titelrolle. Er war auch später der 'Blaubart' in der nie wieder erreichten Produktion der gleichnamigen Offenbach'schen Operette.

1993 gab man in Regensburg Verdis 'Otello'.
Christian Franz - ein junger Tenor, 1968 in Fürstenfeldbruck geboren - in der Titelrolle, Susan Salm-Moss war Desdemona, Adam Kruzel sang den Jago.
Regisseur war Dominik Neuner.
 

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Um 'Missverständnisse' zu vermeiden:

Als Zeitungs- / Theater-Abonnent und Abnehmer von voll bezahlten Eintrittskarten aus dem freien Verkauf verstehe ich diese Besprechungen und Kommentare nicht als Kritik um der Kritik willen,
sondern als Hinweis auf - nach meiner Auffassung - Geglücktes oder Misslungenes.

Neben Sachaussagen enthalten diese Texte auch Überspitztes und Satire.

Hierfür nehme ich den Kunstvorbehalt nach Artikel 5, Grundgesetz,
in Anspruch.

Dieter Hansing

 

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