Zur Meinungsfreiheit westlicher Gesellschaften 
zählt das Recht zur missverständlichen Überzeichnung.
   
04.01.2010 - dradio.de

 


Thema des Tages


Wolfgang Liebeneiner

 
    ... am 06. Oktober 1905 geboren

Bei Otto Falckenberg beginnt seine künstlerische Tätigkeit, bei ihm stand er 1928 in Wedekinds 'Frühlings Erwachen' auf der Bühne.

Zehn Jahre später ist er bereits Leiter der Reichsfilmakademie in Babelsberg und Gast bei Abendgesellschaften, geladen von Goebbels, der am 11. Juni 1938 vermerkt, Liebeneiner sei jung, strebsam, fanatisch.

In 20 Filmen Filmen wirkt er zwischen 1933 und 1940 als Darsteller mit, übernimmt ab 1937 auch Regieaufgaben in 13 Filmen, darunter auch Historien-Filmen wie über Bismarck vom 6. Dezember 1940, auch nazi-genehme Produktionen wie 'Ich klage an' vom 29. August 1941, der vom Reichspropagandaminister mit 'Großartig gemacht und ganz nationalsozialistisch' beurteilt wird.

Der Film erhält das Prädikat 'künstlerisch besonders wertvoll, volksbildend' - er, der Chef der Volksbildung und Aufklärung meint am 1. Juli 1941, Liebeneiner sei der deutsche Spitzenregisseur.

Er wird Leiter der Ufa, Präsidialrat der Reichstheaterkammer.
1940 erhält er von Hitler 30.000 Mark steuerfreie Schenkung und am 3. März 1943 von Goebbels den Titel Professor.

Schon 1942 wird er zum Staatsschauspieler ernannt.

 

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Nach dem Krieg kann er seine Karriere fortsetzten, inszeniert bei Ida Ehre an den Hamburger Kammerspielen das Kriegsheimkehrerdrama 'Draußen vor der Tür' von Wolfgang Borchert.

Am Theater in der Josephstadt und am Burgtheater in Wien arbeitet er als Regisseur.

Er inszeniert populäre Filme wie 'Königin Luise', 'Die Trapp-Familie', beide mit Ruth Leuwerik und 'Die Schatzinsel' mit dem jungen Michael Ande, der heute im Fernsehen Kriminalfälle klärt.

Mit Hilde Krahl ist er in zweiter Ehe, nach ihr mit Ruth Hellberg, verheiratet.
Aus dieser Verbindung stammt die Tochter Johanna, Schauspielerin auf der Bühne und im Fernsehen.

 

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'Ich klage an' mit Heidemarie Hatheyer zielte auf das Empfinden der Bevölkerung. Der Film sollte den Widerstand der Deutschen brechen, dass Behinderte ermordet werden.

Liebeneiner argumentierte nach dem Krieg, er habe mit diesem Film 'als Dokument der Humanität in inhumaner Zeit' zur Beendigung der Aktion beigetragen.
 

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Um 'Missverständnisse' zu vermeiden:


Als Zeitungs- / Theater-Abonnent und Abnehmer von voll bezahlten Eintrittskarten aus dem freien Verkauf verstehe ich diese Besprechungen und Kommentare nicht als Kritik um der Kritik willen,
sondern als Hinweis auf - nach meiner Auffassung - Geglücktes oder Misslungenes.

Neben Sachaussagen enthalten diese Texte auch Überspitztes und Satire.

Hierfür nehme ich den Kunstvorbehalt nach Artikel 5, Grundgesetz,
in Anspruch.

Dieter Hansing
 

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