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04.01.2010 - dradio.de

 


Thema des Tages

Dr. Schloderer geht -
Ritschel bleibt

  Das Opernhaus Zürich ist „Opernhaus des Jahres” 2025.
Das entschieden 39 Kritiker, von der Zeitschrift ‘Opernwelt‘ befragt, die bereits seit 1960 – also seit mehr als fünfzig (50) Jahren erscheint und den Titel ‘Opernhaus des Jahres‘ seit 1992 vergibt.
Der Titel ‘Opernhaus des Jahres‘ wird also von der ‘Opernwelt‘ und nicht von irgendeinem Blatt vergeben.
Der Oper!Award schon und zwar von OPER Medien GmbH & Co. KG.

2020 erhielt Hannover diesen Oper!Award zugeschrieben – Frau Berman hatte gerade ihre Opern-Intendanz begonnen, die sie ja - auch wegen des enormen Zuschauerzuspruchs (dritter Rang in den meisten Fällen geschlossen) vorzeitig beenden musste. Wie im Falle Hannover ‘lachten damals nicht nur die Hühner‘, sondern vor allem Fachleute über die Verleihung eines Oper!Awards an die Nds. Staatsoper unter Frau Berman.

Im Falle Regensburg ist laut Bayerischer Rundfunk
(https://www.br.de/nachrichten/kultur/das-theater-regensburg-ist-opernhaus-des-jahres,V1aMZ6P )
besonders interessant, dass “das Fachmagazin Oper […] mit dem Preis vor allem das angebliche Engagement der Regensburger Verantwortlichen für das Musiktheater würdigt.

Nach dem in aller Welt zu vernehmenden Jubelgebrüll ob der Vergabe dieses Oper!Award nun die Entsetzensschreie aus der Gruppe der Fachleute:
Dr. Schloderer geht nach Hamburg.
Er verlässt – wie ein Gutmeinender ihm riet – Regensburg rechtzeitig, um nicht mit dem Theater Regensburg unterzugehen, wenn die Intendanz personell so ausgestattet bleibt, wie bisher.
Man erinnert sich, dass die Stadtverwaltung Regensburg lange zögerte, den Vertrag des jetzigen Intendanten zu verlängern.

Zitat
Der Regensburger Verwaltungsrat hatte erst Ende September die Verträge von Schloderer und Ritschel um fünf Jahre verlängert, die Entscheidung zuvor auf die lange Bank geschoben. Hintergrund war das Gerangel um die Geschäftsordnung, die den Einflussbereich der Theaterchefs regelt. Die extrem späte Zusage sorgte für viel Frickeln, die Atmosphäre kühlte merklich ab, von freundschaftlich-kollegialer Eintracht zwischen den Theaterchefs war zuletzt nichts mehr zu spüren.
Zitatende
Quelle: MZ – 03.12.2025

Der Regensburger Theaterdirektor allerdings wird froh sein, dass Dr. Schloderer geht. Der Aufpasser ist weg und der Andere kriegt sicher jemanden als kaufmännischen Leiter, mit dem er eher Schlitten fahren kann.  Da wird Frau Dr. Freudenstein als neue Oberbürgermeisterin der Stadt Regensburg und Vorsitzende des Verwaltungsrates Theater Regensburg selbst ein Auge auf das Haus haben müssen, um nicht in die zu erwartenden Fehlentwicklungen – wegen der nicht vorhandenen kaufmännischen Kontrolle wie der unter Dr. Schloderer - der Staatstheater-Leitung Regensburg hineingezogen zu werden.

Warnen muss man Herrn Dr. Schloderer vor Äußerungen aus dem Hamburger Senat, wonach man in Hamburg wie in Regensburg Musiktheater in aller Breite zeigen wolle,

Zitat

„alles, was Oper kann“, auch mit überraschenden Projekten, die das Publikum umarmen. Zu Regensburg hat er gute Kontakte, sagt er, und: „Der Ruf Ihres Hauses ist auch nach Hamburg gedrungen.“
Zitatende

Quelle: MZ – 03.12.2025  

Lächerlich!
Der Ruf aus Regensburg nach HAM - allenfalls in einer Hinsicht - möglich.
Die Zuschauerzahlen jedenfalls lassen in der Hamburgischen Staatsoper zur Zeit ausgesprochen zu wünschen übrig. Außerdem griff Herr Dr. Brosda als Dezernent für Kultur und Medien bei der Neubesetzung der Planstelle vom Hamburger Ballett ausgesprochen deutlich daneben.
Dann noch der Neubau des Opernhauses.

Man kann Herrn Dr. Schloderer nur das Beste wünschen, aber einfach wird es für ihn nicht zwischen den ihn umgebenden hochnäsigen hanseatischen Pfeffersäcken.

Kratzer kann sich mit seinem Rainer Sellmaier, der ja mal unter Weil der Ausstattungschef in Regensburg war, auf die 'Freiheit der Kunst' rausreden.
Dr. Schloderer bleibt nur das wachsame, aber undankbare, Auge auf den schnöden Mammon. Immerhin hat íhm das a.i. der ehemalige Verwaltungschef der Nds. Staatsoper Hannover - Jürgen Braasch - vorgemacht. Der wird ihm schon zeigen, wo es lang geht.

 

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Um 'Missverständnisse' zu vermeiden:


Als Zeitungs- / Theater-Abonnent und Abnehmer von voll bezahlten Eintrittskarten aus dem freien Verkauf verstehe ich diese Besprechungen und Kommentare nicht als Kritik um der Kritik willen,
sondern als Hinweis auf - nach meiner Auffassung - Geglücktes oder Misslungenes.

Neben Sachaussagen enthalten diese Texte auch Überspitztes und Satire.

Hierfür nehme ich den Kunstvorbehalt nach Artikel 5, Grundgesetz, in Anspruch.

Dieter Hansing
 

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