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04.01.2010 - dradio.de

 


Thema des Tages

'Die tote Stadt'

   

  ... am 09. Mai 2026 die Nds. Erstaufführung

 

C/ kommunikation@staatstheater-hannover.de

Kurz kommentiert

Zitat
‘Wenn Trauer zur Obsession wird: Korngolds "Die tote Stadt" in Hannover
Das Werk ist zum ersten Mal an der Staatsoper Hannover zu erleben. Am Sonnabend war Premiere.‘
Zitatende

So notierte am 11.5.2026 der NDR. Darüber hinaus gab er einen Abriss des Stückes.
Aber kein Wort zum eigenen Tonmeister. Der hat aber alles Lob verdient. Denn der NDR übertrug für sich selbst aus der Nds. Staatsoper Hannover auch für den Deutschlandfunk die Premiere von Korngolds Oper und der Tontechnik gelang das, was der Staatsoper nicht möglich war, nämlich einen ausgeglichenen Klang zu Gehör zu bringen.

Im Haus am Opernplatz– wie fast immer – die Solisten vom Orchester zugedeckt, kaum zu hören - wie eben bei der ‘Turandot‘- besonders der Tenor. Auch auch hier, die sauschwere Partie in ihrer hohen Lage, der Sänger gerade da kaum zu vernehmen, weil der Dirigent Rücksicht auf seinen Apparat, von dem er abhängig ist, das Orchester, nimmt. Es sind seine Leute, die gerne laut und vernehmlich aufspielen.

Dagegen im Radio eine Sendung mit musikalisch allen Facetten, die Sänger alle ausgewogen in ihrer Stimmgebung, aber eben per Mikroport, eingebettet in den Orchesterklang, den Gesamteindruck bestätigend.

Für die szenische Umsetzung sollte man in der Psychoanalyse bewandert dein. Freud ließ grüßen – er winkte z.B. mit seiner Traumdeutung. Man konnte ihm allerdings und den anderen Meistern der Psychoanalyse - durch die Menge der Hinweise durch die Regie, kaum folgen.

So ergeben sich für das Publikum Fragen, die unaufgeklärt bleiben.

Zum Beispiel:
- Was rennt der Tenor vor Beginn, nach Einlass, fortwährend von links nach rechts und zurück über die Bühne, versucht links eine Kommode zu öffnen, kramt rechts unter einer Liege Papier oder Sonstiges hervor?

- Was soll die Frau mit dem Kind am Schoß als ‘Stumme Jule‘ vor Beginn der musikalischen Darbietung?

- Warum umhalst das Kind den Tenor, der grade rechts auf dem Bühnenboden sitzt?

- Warum werden zusätzlich Figuren eingefügt, die nur verwirren und den Fortgang der eigentlichen Handlung aufhalten?

- Warum wirft der Tenor die roten Blumen auf den Boden und warum hebt die von links aufgetretene Dame den Blumenstrauß auf und wirft ihn dann im hohen Bogen nach rechts in die Gasse. (Hat sie den Strauß als Requisit aus dem ‘Rosenkavalier‘ erkannt?)

- Und warum wird hierfür das Licht eingezogen?

- Warum z.B. brennt der Flügel unmittelbar nach dem „Glück, das mir verblieb“ und warum gehen anschließend die Pappeln in der Projektion von Alleebäumen am Rande der Chaussee in Flammen auf?
 
Zusammenfassend:
Es war höchste Zeit ‘Die tote Stadt‘ in Hannover als ‘Niedersächsische Erstaufführung‘ – wie 2016 nach mehr als hundert Jahren die ‘Niederbayerische Erstaufführung‘ des ‘Tristan‘ in Landshut - zu zeigen, wenn man auf der anderen Seite nur10 Jahre brauchte, um die ‘Penthesilea‘ von Pascal Dusapin hier aufzuführen.

Abendfüllend die Radioübertragung durch den NDR, szenisch das Ganze ausgesprochen gewöhnungsbedürftig und daher wenig publikumswirksam.

Mit freundlichem Gruß
Dieter Hansing – Premieren Abo 289 339
www.kulturjournal-regensburg.de
 

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Dieter Hansing