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Announcement Schaubühne
Die Räuber
von Friedrich
Schiller
Eine Koproduktion mit der Hochschule für
Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin
Regie: Lars Eidinger
04.04.2009, 19.30 h
Karl Moor ist der Vorzeigesohn der Familie Moor:
Er steht beim Vater hoch im Kurs, hat eine Braut, die
ihn liebt, und alle Chancen auf das Familienvermögen.
Sein Bruder Franz ist das ungeliebte Kind.
Er hasst Karl und tut alles, um ihn beim Vater in
Misskredit zu bringen. Franz will sich endlich all das
holen, was ihm immer verwehrt war.
Werte zählen nicht mehr, schon gar nicht die Familie,
deren Zerstörung er in Kauf nimmt.
Enttäuscht und wütend kehrt Karl daraufhin der
Gesellschaft den Rücken und schließt sich einer
militanten Gruppierung zorniger junger Männer an.
Die
Bande, radikal in ihren Zielen – Freiheit!
Unabhängigkeit! Unsterblichkeit! – und in der Wahl ihrer
Mittel, sagt dem längst überkommenen System der Väter
den Kampf an. Doch bald ist Gewalt um der bloßen Gewalt
willen an der Tagesordnung, Idealismus schlägt um in
Aggression.
Für den erst 22-jährigen Schiller hatten »Die Räuber«
weitreichende Konsequenzen:
Arrest, Aufführungsverbot des als »revolutionär«
eingestuften Stücks durch fast alle deutschen
Regierungen, Verbot, mit dem Ausland in Beziehung zu
treten, schließlich Schreibverbot.
Nach der Uraufführung 1782 floh er bei Nacht und Nebel
aus Stuttgart:
»Die Räuber«,
so schrieb er 1784, »kosteten mir Familie und
Vaterland«.
Lars Eidinger, in dieser Spielzeit in Thomas Ostermeiers
Inszenierung als Hamlet zu sehen,
gibt mit »Die Räuber« sein Regiedebüt in Zusammenarbeit
mit den Studierenden des 3. Studienjahrs Schauspiel der
Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«.
Regie - Lars Eidinger
Bühne - Christoph Rufer
Kostüme - Esther und Lena Krapiwnikow
Dramaturgie - Irina Szodruch
Video - Nico Felden
Licht - Boris Kahnert
Regieassistenz - Laura Zölzer
Inspizient - Horst Kiener, Joris Freisinger
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| Maximilian
von Moor / Pater |
Urs Jucker |
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| Karl von Moor |
Tilman Strauß |
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| Franz von
Moor |
Sebastian
Zimmler |
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| Amalia von
Edelreich
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Birte
Schönink |
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| Spiegelberg |
Claudius von
Stolzmann |
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| Schweizer |
Grégoire Gros |
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| Razmann |
Toni Jessen |
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| Schwarz |
Felix Tittel |
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Akkordeonspieler |
Jan Jachmann |
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Mannheim Nationaltheater 13. Januar 1782 - 'Philosophie der Verzweiflung' mit einer Kampfansage gegen Zwang und Gewalt schuf Schiller mit seinem Erstling 'Die Räuber' die Basis für sein gesamtes Werk, später gesteigert im Gehalt, verfeinert in der Sprache und durch Einfügung historischer Grundelemente erweitert.
Bereits um 13 Uhr hatten die ersten Zuschauer das Haus betreten, um rechtzeitig die Plätze einzunehmen, um das - wie es sich später herausstellte - überwältigende Theaterereignis mitzuerleben.
Nach der Vorstellung gab es ein großen Festessen, an dem Intendant Wolfgang Heribert von Dalberg, der Verleger Christian Friedrich Schwan und Honoratioren der Stadt teilnahmen.
Dalberg sprach mit Schiller über die weitere Zusammenarbeit und wies ihn auf den 'Fiesko'-Stoff hin und schlug ihm eine Bearbeitung des 'Götz' für die Mannheimer Bühne vor.
Wilhelm von Wolzogen, der spätre Mann von Schillers Schwägerin Karoline, drei Jahre jünger als der Dichter schrieb nach der Lektüre des Ende Mai 1781 erschienenen Stückes in sein Tagebuch:
"Man sieht sein junges, feuriges, ungebildetes Genie ganz und gar; er kann noch einer von den schönen Geistern Deutschlands werden, wenn er es nicht schon ist."
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Studiobühnen haben viel, meist zu viel Unmittelbares - die Darsteller an der Rampe direkt am Schoß des Publikums, schon innerhalb deren Auren in den ersten Reihen.
Besonders schwierig, da hier meist lärmendes Spiel so vor den Mitatmenden unten.
Unbedarfte, im Zuschauerraum, Ungebildete lachen, kichern, da das Stück sie nicht kennen, sich der Problematik nicht bewusst sind.
Die Räuber-Bühne der Schaubühne eine Dreiteilung, rechts die 'Wohngrube' des alten Moor, ‘der kaum noch lebt‘, mittig Stundentenkneipe in Leipzig, auch als Campierplatz der Räuber genutzt, und links ein stilisierter Baum als Auslug, Rastplatz.
Die Anlegung der Inszenierung trägt mit ihren immer wiederkehrenden Griffen in Herrn Eidingers Schallplattenschrank zum Zerdehnen des Stoffes, trotz großen Striche und Reduzierung der Rollen auf nur wenige, bei, dass ein Musical-Monstrum zu Tage treten lässt.
Das Ergebnis, ob der Länge des pausenlosen abends, es zieht Frauen die Schuhe von den Füßen, die am Ende des Stückes, während der Schlussszene des Karl, geräuschvoll wieder hin und hergeschlurft und angezogen werden.
In der Provinz kennt man die Stücke der Klassik zwar auch nicht, aber es traut sich ein Publikum nicht, sich so zu benehmen. Handies nicht abgeschaltet, und das ist nicht gut so, doch ‘arm aber sexy‘ - diese Stadt gemäß dem Regierenden, das Volk unwissend, nur auf Gags bedacht und hier wird den Leuten Zucker gegeben.
Den Regisseur, ihn kümmert's minder.
Und der geht jetzt zu Stückl nach München mit dieser Räuber-Inszenierung - schade, dass jener seine Sicht auf die Räuber im Wald mit den allerlei Sexspielchen zeitgleich nicht wieder aufnimmt - zum Vergleich.
Damals überraschend der Karl von Maximilian Brückner - wie er sich quälte mit der Rolle - 'das Buberl'. Heute besser als Peer und als Boandlkramer im 'Brandner Kaspar' - Kommissar im - SR-Tatort - schweigt mir von dem! - annehmbar in ‘Mein alter Freund Fritz‘.
Fhttp://heerrufer.de/Archiv_2002-2003.htm#Wie kann dem Mann geholfen werden
An der Berliner Schaubühne die Drittsemestrigen der Ernst-Busch-Schule als Räuberbande, echt krass krawallig - aber wo ist die Sprechkultur aus ‘der Zeit der Zone‘ geblieben, einzig Spiegelberg artikuliert, Karl nuschelt oder dröhnt wie ein Herr S. aus B. im Wahlkampf wie einst ein Herr Sch. aus H. es vor ihm tat.
Franz säuselt, im Versuch sich intrigantenhaft zwielichtig zu geben, nimmt zeit- und teilweise so zurück, dass man in der vierten Reihe links auf Kaufkarte nichts mehr verstehen kann.
Amalia hat im typischen Gretchen-Luise-Emilia-Fach zumindest noch die Texte vorn und nicht nur röhrend hinten im Hals.
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Foto © Heiko Schäfer (sekretariat@heikoschaefer.de) |
Schaubühne Berlin, alle die Räuber in der Leipziger Kneipe mit Schuhplattler lärmenden Studenten um Karl - daneben Franz am Siechbett des in seinem Körper aufgeschwemmten Vaters mit seiner, zumindest gedachten, Frage ‘du röchelst noch‘ - Post ist angekommen, er liest ohne Vorrede mit stärker werdendem Échauffement von den angeblichen Verfehlungen des Bruders Karl, der tönt daneben unter dem Geschrei der Bande ‘Mir ekelt vor diesem tintenklecksenden Seculum‘ und ‘aus Deutschland soll eine Republik werden‘ - parallel dazu und in Blickweite, Franz mit seiner angeblichen Sorge - ‘uns alle noch in Elend und Schande stürzen‘ und ‘die Euren Herrn Sohn auf dem Leipziger Marktplatz im Portrait gesehen habe‘.
Die Bande im Biergarten und Spiegelberg ohne das, da gestrichen ‘Ich bin freilich wunderbarerweise schon voraus beschnitten‘ schart sich um Karl. Ihr Hauptmann soll er sein, Franz schiebt parallel hierzu, ohne eindringlich zu werden, runtergeplappert, eben nicht deutlich dem siechen Vater ins Ohr gezischt, die Schuld an der Liederlichkeit des Karl auf die Erziehungsmethoden des Vaters ‘Eure Nachsicht muß ihn in seinen Liederlichkeiten befestigen, Euer Vorschub ihnen Rechtmäßigkeit geben.‘ und um ‘Euch zu harte Worte in die Feder werfen‘ wird er den Brief an Karl, statt des, mit nölendem Tonfall, nörgelnden Vaters schreiben.
Im Ungestrichenen liest Roller die angekommene Botschaft - kichernd, kumpelhaft, ohne Arg und Sorge ‘der Anfang klingt lustig‘, die anderen vor Wonne kreischend, während - überschneidend mit der Karl/Räuber-Szene, Franz raisonniert, er ‘habe große Rechte, über die Natur ungehalten zu sein‘ und philosophiert - ganz offensichtlich ohne größere innere Beteiligung, da runtergeschnurrt, über den Vater, der ihm das Leben gegeben, ‘also sei er dir heilig‘, er fragt, worin ‘liegt denn nun das Heilige‘?
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1934 - Schauspielhaus Berlin
‘Er zeigt keine Missgestalt. Trägt ein gut sitzendes,
elegantes Kostüm. Über fahlem Teint eine grünliche
Perücke.
Nach Dietzenschmidts Worten:
"Das Prinzip des
Bösen, Hinterhältigen. Eine geballte Ladung
Scheusäligkeit. Über alles groß und gewaltig, ein
Vulkan, der eine Erde zersprengt und begräbt, Gift und
Galle, Hass und Tod
speiend. Mit wollüstig geilem Wippen seines feisten
Körpers,
Wutgedanken und Rachepläne zeugend. Ein Gesicht
unvergesslich verzerrt und zerfressen, widerlich, Hände
mordtanzend durch die Luft: der Franz Moor Heinrich
George."
In ‘Wohin des Wegs‘
- Berta Drews, 1988, Frankfurt/Berlin
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Immer wieder hinein platzt Räubergetöse mit ‘das wären wir freilich, du hast recht! - aber wird es uns auch aus dieser vermaledeiten Lage reißen, was du wagen wirst?‘ sich zur Bande zu formieren , ‘Muth hab' ich genug, um barfuß mitten durch die Hölle zu gehn.‘ mit dem ‘Hinausdenken auf den Nachruhm, das süße Gefühl von Unvergeßlichkeit‘ durch ganz aktuell, Eingriffe starten, ‘Reichen Filzen ein Drittheil ihrer Sorgen vom Hals schaffen, das stockende Geld in Umlauf bringen‘ und dann auch ‘das Gleichgewicht der Güter wieder herstellen‘ wie auch ‚‘von Groß und Klein respektiert zu werden‘ - untermalt vom Klang des Akkordeons und dann:
Spiegelberg singt, kraftvoll, hat sich, Text, Vortrag engagiert im Griff - ist dran, sieht aus.
Karl wird der Hauptmann sein, er schreit es unprononciert heraus ‘ Ich habe keine Liebe mehr, ich habe keinen Vater mehr und Blut und Tod soll mich vergessen lehren‘.
‘Raunen-Show‘ mit Amalie und Franz, mühsam aufzunehmen, da kaum zu verstehen, unpräzise, da wo Karl herrscht wie Gott in seinem Tempel - recht hat sie ‘du hast mir eine kostbare Stunde gestohlen‘, so soll sie vor ihm zittern, sie aber verachtet ihn und ‘Könige sind Bettler und Bettler sind Könige‘.
Die Räuber haben ‘den Spaß obendrein, und meine Kerls haben ihnen ein Andenken hinterlassen, sie werden ihre neun Monate dran zu schleppen haben. Sie erfuhren ‘im Wirthshaus, daß ein reicher Graf von Regensburg (ausgerechnet das ‘liebliche Kaff im Tal der Ahnungslosen‘) durchkommen würde‘, der Überfall im Bericht unterspielt, tonlos das ‘Halt!‘.
Amalie und der alte Moor, ‘ich hätte vielleicht Verzeihung erlangt aus seinem Munde‘ .
Drauf Amalia. ‘Engel grollen nicht - er verzeiht Euch.‘
Franz, die Kanaille, nicht Hermann, hinzu, glaubhaft, flüssig berichtend ‘Ich bin ein Fremdling in diesem Lande, aber Euch kenn' ich sehr gut, Ihr seid der Vater Karls von Moor.‘ und weiter, teilweise stockend ‘Er sprach viel von seinem alten Vater und von bessern, vergangenen Tagen - und von vereitelten Hoffnungen - uns standen die Thränen in den Augen.‘ - albern dann beim Text ‘Ich traf ihn am Abend der Schlacht niedergesunken unter Kugelgepfeife‘ das Nachäffen der Geräusche, wenn Kugeln fliegen - haben Regisseur und Darsteller jemals eine Kugel pfeifen gehört?
‘Mit der Linken hielt er das stürzende Blut, die Rechte hatte er in die Erde gegraben und rief Bruder!‘ - niemals in der Situation so gebrüllt, wie hier vom verkappten Franz als Hermann vorgetragen.
Und wieder der nachgemachte Schlachtenlärm mit Motorengeräuschen, das sollten wohl nach der Meinung des Hermann/Franz-Darstellers Stukas und Maschinengewehrsalven sein.
Mein Gott, wie ausgesprochen albern. Und auch noch schlecht gemacht - so wird das nie was!
Drauf, von Amalia ganz keck hingefragt: ‘Was waren seine letzten Worte?‘ und Franz / Hermann haucht unter dem Jauchzen der 'arm-aber-sexy-Berliner', einen Sterbenden nachäffend: ‘Amalia‘.
Peinlich, ungekonnt - ganz schlecht.
Da meinte man einen Köl‘schen Komödianten ‘ohn‘Sorg‘ sprechen zu hören.
Amalia kommentiert ohne Rührung, ‘Karl ist todt‘ - während es als Regieanweisung im Original heißt: (hin und her taumelnd, bis sie umsinkt).
Also, was nun?
Endlich dann Amalias Schrei: ‘tot‘ und ihr Hinausrennen.
Der Bericht vom Brandlegen ‘bis hinauf in die obersten Giebel jagen‘ heftig, bis in die Atemlosigkeit ‘da lag die Stadt wie Gomorrha und Sodom‘, ‘und die furchtbare Musik‘ - einsetzender Lärm der Bande, abrupt gestoppt für ‘die Losung zur Freiheit‘ und das ‘ich möchte das nicht zum zweitenmal erleben. Sterben ist etwas mehr als Harlekinssprung, und Todesangst ist ärger als Sterben.‘
Gebrüllt, verhetzt, mit sich überschlagender Stimmen das ‘ausgedörrte Ofenhocker‘. - ‘und Kindbetterinnen dazu, und hochschwangere Weiber, die befürchteten, unterm lichten Galgen zu abortiveren‘
Karl entsetzt, noch flüsternd, ‘Kranke, sagst du, und Greise?‘ dann unartikuliert schreiend, die Sprache tief im Hals und der Text nicht zu verstehen:
‘Und diese Flamme brenne in deinem Busen, bis die Ewigkeit grau wird! - Fort. Ungeheuer! Laß dich nimmer unter meiner Bande sehen!‘
Franz in der fat-suit des Vaters zum großen Vergnügen des Publikums.
Auftritt des Paters und die Frage an Karl, ob man diesem abgerichteten Schäferhund die Gurgel zusammenschnüren (solle), daß ihm der rote Saft aus allen Schweißlöchern sprudelt? - mit der Aussicht, vom Pater mit heiterster Miene vorgetragen: ‘die heilige Kirche wird euch verlorne Schafe mit erneuerter Liebe in ihren Mutterschooß aufnehmen,‘
Karl plaudernd und damit merkwürdige Stimmung verbreitend, die Räuber auffordernd, sie mögen ihn doch ausliefern, dann seien sie frei und er wieder brüllend ‘das wäre jetzt kindische Zuversicht.‘ oder mit sich überschlagender Stimme ‘seid ihr toll‘.
Mit der musikalischen Einlage ‘Mama, just killed a man‘, gesungen bis in fistelige Höhenlage hinauf, rief wieder das amüsierte Kichern der Zuschauer hervor - ist das Intention?
Sollte die Truppe der Studierenden der Ernst-Busch-Schule zeigen, was sonst so zur Selbstdarstellung möglich ist?
Die Regie jedenfalls führt hier wie dort interessante Bilder vor wie hier das aus zwei Biegartenbänken geformte Kreuz zur Hinrichtung.
Franz und Amalia in Vater Moors Wohnmulde im trauten Gespräch mit seinen plumpen Annäherungsversuchen, gellend aufschreiend sie: ‘Ich bin ein Weib, aber ein rasendes Weib‘ - das gleich und unvermittelt übergehend in Karls ‘Meine Zunge trocken wie eine Scherbe‘ und im ungestützten Plauderton, die Stimme nicht tragend ‘ich habe die Menschen gesehen, ihre Bienensorgen und ihre Riesenprojecte - ihre Götterplane und ihre Mäusegeschäfte,‘
Die Galerieszene mit Amalia, ohne Druck, ganz dem Text angepasst.
‘Amalias Liebe macht den brennenden Sand unter ihm grünen und die wilden Gesträuche blühen‘ dann tonlos - und damit der Text kaum zu vermitteln, aber klar zu verstehen, die Frage unvermittelt an Karl gerichtet: ‘Mögen sie Rod Stewart?‘ - wenn dann ‘I am sailing‘ für ein Karaoke-Duett Amalia / Karl eingespielt wird, könnte Stimmung aufkommen - tut es aber nicht, nur Gekicher ist zu hören, wenn der deutsche Text mit ‘nur nach Hause‘, in das die Räuber einstimmen, erklingt.
Der Vater nach dem ‘finsteren unterirdischen Gewölbe‘ schmachtend , aber mit heiterst klingender Stimme.
Nur noch Karls Schreie: ‘Rache, Rache - Rache‘. und die Versicherung Schweizers ‘hier hast du meine Hand darauf: Entweder du siehst Zwei zurückkommen, oder gar Keinen.‘
Die Gruppe ist zerfallen, Spiegelberg von Schweizer erschossen, in die Arme Karls fallend, Schweizer erschossen, Amalia von Karl erdolcht, Franz fällt tot in den Schoß des Vaters, Karl sinkt erschossen auf die Schulter des Vaters.
Gutes Zusammenspiel in einfallsreicher Choreographie - artistisch dargeboten.
Bei aller Brutalität der ‘Räuber‘ - schöne Bilder
Die eigene Überantwortung Karls an die Gerichte, das ‘Dem Manne kann geholfen werden‘ - fehlt - dem Rotstift zum Opfer gefallen.
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Foto © Heiko Schäfer (sekretariat@heikoschaefer.de) |
Was soll aus all denen werden, die sich hier nun als 'Die Räuber' versuchen - wo Hunderte die staatlichen und privaten Schulen absolvieren und dann auch mit Hilfe der ZBF nie wieder an einen Schweizer oder Spiegelberg, geschweige denn an einen Karl oder Franz Moor, kommen, vielleicht über die Vorsprechcouch oder als Mitglied in der ‘Bruderschaft‘ etwas kriegen und dann in ‘Schweig Bub‘ oder in ‘Mein Freund Harvey‘ oder falsch besetzt in ‘Maria Magdalena‘, auch noch schlecht bezahlt, in der Provinz sein dürfen und nach den ersten beiden Anfängerjahren nicht weiterkommen und durchs Sieb der Zeit fallen und versuchen, sich zu retten:
‘Für eine Rolle, tu ich gar manches.‘
Guter Rat für SchauspielerIn bzw. SängerIn:
Erst muss der Vertrag von beiden Seiten unterschrieben sein, dann wird die Hose runtergelassen.
Leider gibt es eben welche, die waren Hamlet und Karl Moor und verdienen nun als Gärtner ihr Haushaltsgeld.
Wenn Hunderte sich jährlich bei den Aufnahmeprüfungen vorstellen, muss die Auswahl streng sein, es dürfen nicht Minderbemittelte auf Kosten der Allgemeinheit durch Steuermittel in die Arbeitslosigkeit ausgebildet werden.
Nicht Klassen füllen, sondern nur absolut Talentierte mit bühnengerechtem Äußeren aufnehmen.
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