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am 14. März 2026 in Deutschland erstaufgeführt und u.a. am
29.3.2026 wiederholt, nachdem es zehn Jahre nach der
Uraufführung in Brüssel für die deutsche Erstaufführung in
Hannover - hier dann mit großem szenischen und akustischen
Aufwand dargeboten - ablagerte.
Die schon bei Kleist problematische Story der Amazone
Penthesilea mit dem ihr verbotenen Liebhaber Achill erinnert u.a.
an die Tragödie Norma ou l’infanticide von Alexandre
Soumet, die 1831 – kurz nachdem Kleist sein Werk 1808 als
Schauspiel Goethe vorgelegt hatte - als Oper von Vincento
Bellini an der Mailänder Scala uraufgeführt wurde.
Hier das verbotene Verhältnis der Priesterin Norma mit dem
römischen Feldherrn Pollione.
Bei Kleist’s Schauspiel gelingt es gerade noch, dieses fatale
Verhältnis der Amazone Penthesilea zum Krieger Achill deutlich
zu machen. Jedoch ergibt sich in Hannover bei der Oper
Penthesilea weder für Herrn Dusapin als Komponist, noch seiner
Frau Librettistin Häckel ein roter Faden zur Darstellung der
Gegebenheiten.
Das Publikum ist völlig lost, vermag es doch nicht, beim
Aufzeigen der Handlung szenische Bindungen oder Zäsuren zu
erkennen und ihnen zu folgen, da es durch die einförmige
Kostümierung wie die Ausleuchtung und das Benebeln des
Bühnenraums – bis auf die Schlussszene – die, für die Zuschauer
planlosen Bewegungsabläufe der Einzelpersonen und Gruppen keinen
Fortlauf erkennen kann.
Eine gewisse Dramatik ist durch die Auftritte der Hunde mit
deren Führerin zu erkennen. Das ist aber zu wenig für einen
solchen szenischen wie musikalischen Aufwand, der für die
Darstellung des Werkes in Hannover betrieben wurde.
Stefan Arndt schrieb in der HAZ vom 16.3.2026:
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Die Musik hat etwas von den Hunden,
die wohl die Attraktion der neuen Produktion an der
Staatsoper Hannover sind: sie knurrt und zerrt an der
Leine.
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Regisseur Stephan Mettin hatte Hühner auf der
Hannover'schen Opernbühne bei seiner legendären Produktion von
'Viva la Mamma'.
Bei Taboris 'Mein Kampf' gab es in Regensburg am Theater am
Haidplatz auch Hühner, für deren Auftreten sich das Theater bei
Frau Insinger bedankte.
So ist es!
Kaum werden Tiere ins Spiel eingewoben, jubelt das Publikum und
wenn die für die Hannover'sche Oper engagierten Hunde auch nur
bellen und Stoffe zerfetzen als dass sie den sehr schmal
‘bekörperten‘ Achill zerfleischen.
Müsste die Rolle nicht mit einem stämmigen Helden- bzw.
Charakterbariton besetzt sein, als mit einem – auch in den
Bewegungsabläufen wie z.B. beim Aufsetzen des Helms und den
völlig albernen Liegestützübungen - buffonesk wirkenden ‘Barbier
von Troja‘?
Dieser Auftritt der kläffenden Köter könnte das hier meist in
schwach ausgeleuchtetem 'dämpfig Gedünst' spielende Stück
elegant und mit einem Aplomb enden, ohne dass es mit dem
Nachspiel unnötig verlängert und mit dem Auftritt der drei Damen
belastet wird, die optisch und in ihrem Gehabe unverkennbar mit
den Bewegungsabläufen der Einzelpersonen und Gruppen mit den
US-amerikanischen 'Golden Girls' in Verbindung gebracht werden.

Foto: Nds. Staatsoper Hannover
Durch
dieses Zerdehnen hat das Stück ‘Längen,
gefährliche Längen. Man lässt sie weg!‘
Und
trotz alledem:
Eine beachtliche Leistung im Graben, auf der Bühne, in der
Technik.
Zehn Jahre hat es gedauert, von der Uraufführung bis zur
deutschen Erstaufführung.
Wann wird man das Werk an einem anderen Theater wiedersehen?
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